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So muss Design sein: Vitra macht erfrischende, junge und zeitlose Möbel. Wie zum Beispiel den "Panton Chair", der seit kurzem auch in einer Junior-Ausführung erhältlich ist. |
Ob intuitiv oder bewußt: Bereits im ersten Jahrzehnt setzte man bei Vitra mit der Produktion von Entwürfen des US-amerikanischen Geschwisterpaares Charles & Ray Eames auf gestalterisch und qualitativ herausragende Möbel. Dabei ist die Konzentration auf Exklusivität aus heutiger Sicht umso bemerkenswerter, als mit dem Boom der Nachkriegsjahre die Verlockungen des Massenmarktes groß gewesen sein müssen. Entscheidend für eine rasche Profilierung war wohl auch die Beschränkung auf Büro- und Objektmöbel, die das Unternehmen über Jahrzehnte prägte und ihm eine klare Identität verlieh. Nur schrittweise erschloss man andere Wohnbereiche und begann mit der Produktion von Einrichtungssystemen jenseits des Arbeitszimmers. Bei Vitra versteht man die Konzeption eines Möbels als Prozess, in derem Verlauf „technische, ergonomische, ökologische und soziale Aspekte analysiert werden. Am Ende stehen technisch innovative, langlebige Produkte von hoher Qualität“. Soweit die Theorie. In der Praxis weiß man, daß Möbel tatsächlich einen Einfluss auf die Motivation, Leistung und gar Gesundheit haben können. Gute Einrichtungssysteme gehen daher auf ergonomische Anforderungen des Körpers ein, stimulieren den Geist und bieten dem Körper Komfort. Die besten unter ihnen kombinieren dies mit zeitloser Optik. Aus diesem Grund versichern sich zahlreiche Hersteller der Unterstützung renommierter Designer, deren Arbeit imagefördernd wirkt und auch mal Geschmacksgrenzen überschreiten darf.
Auch Vitra sucht seit jeher die Nähe zur internationalen Kreativszene und gilt zu Recht als Pionier in dieser Disziplin (die Liste respektabler Namen umfasst u.a. Verner Panton, Norman Foster und Philippe Starck). Das Interessante dabei: Diese Kooperationen beschräken sich nicht auf das Entwerfen von Stühlen, Tischen und Schränken. So gab das Unternehmen Mitte der 1980er Jahre dem bis dahin in Europa noch unbekannten Frank O. Gehry den Auftrag zum Bau des Design Museums. Und Zaha Hadid, die heute ebenfalls zu den weltweit bekanntesten Architekten zählt, ermöglichte man mit der Umwidmung der ehemaligen Werksfeuerwehr die Realisierung ihres ersten Projekts überhaupt. Dabei ist das Ziel solcher Engagements klar: Man muss den Menschen Stories erzählen, um sich vom Rest der Hersteller abzuheben. Je bekannter ihr Protagonist, desto besser. Die Auftragsbauten sollen demnach Identität stiften, denn Identität fördert Einzigartigkeit und Einzigartigkeit hat ihren Preis. An dieser Stelle wird deutlich: Renommierte Möbelhersteller gleichen in vielen Belangen Modelabels - mit trendsetzenden Entwürfen, hoher handwerklicher Kunst und einer ausgesuchten Zielgruppe. Da ist es nur konsequent, wenn das Werksgelände heute „Campus“ heißt und das Design Museum sich mit seinen Ausstellungen dem gebildeten Bürgertum öffnet. In vielen Bereichen folgt Vitra jedoch alten Traditionen. So setzt man auch in Zeiten des Online-Shoppings auf Präsenz im Einzelhandel und macht die Marke mit den „Vitra-Points“ genannten Ausstellungsräumen erlebbar. Diese werden meist in aufstrebenden Quartieren eröffnet, dort wo die künftige Klientel tagsüber an Espresso und abends an Bionade nippt. Neben dem Verkauf finden hier Ausstellungen und Diskussionsrunden über und mit Menschen statt, von denen man sich neue Erkentnisse, Einflüsse und Sichtweisen erwartet. Diese Offenheit gegenüber allem Neuen, der Austausch mit branchenfremden Künstlern und ein permanenter Blick in die Zukunft ist denn auch sehr charakteristisch für Vitra und möglicherweise der wichtigste Baustein in der Unternehmensphilosophie. Vitra im Kurzportrait * Gründung: 1950; Unternehmen in Familienbesitz * Produktionsstätten: Weil am Rhein (D), Neuenburg (D), Allentown (USA) * Mitarbeiter: ca. 800 * Jährlicher Umsatz: ca. 550 Millionen Euro * Sehenswert: Design Museum in Weil am Rhein, Öffnungszeiten Mo bis So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr * Online besuchen unter www.vitra.com und www.design-museum.de |
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